Editorial 1-2/18

 

 

Hochstimmung! Bei wem?

 

Die Ergebnisse der schon traditionellen Umfrage des ÖBM unter den Spitzenmanagern der heimischen Baustofferzeuger über die Konjunkturerwartungen  waren all die Jahre hindurch  mehrheitlich von Optimismus gekennzeichnet. Auch dann, wenn es am Bau einmal nicht so gut lief. Das war ja seit der Jahrtausendwende schon mehrmals der Fall. Es gehört wohl zu den Grundzügen des Wesens von Führungskräften, auch in solchen Situationen hoffnungsfroh in die Zukunft zu blicken. Ohne diese positive Grundhaltung  wären sie das nicht lange.

 


Für 2018 braucht es dieses besondere Persönlichkeitsmerkmal nicht so dringend. Diesmal muss nichts herbeigeredet werden. Es genügt die Bewertung der Fakten, um Freude auf das Baustoffgeschäft in diesem Jahr aufkommen zu lassen. Soviel positive Zukunftseinschätzung war noch selten aus den Statements (ab Seite 5) herauszuhören. Zumindest von den Baustofferzeugern. Denn die Vertriebspartner aus dem Fachhandel wurden ja nicht um Ihre Meinung gefragt.  Sehen die das auch so?

 

Wer genau hinhört bzw. - liest, dem fallen nämlich schon ein paar Kleinigkeiten auf, die das so positive Gesamtbild ein wenig trüben könnten.

Sie betreffen sowohl Handel als auch Erzeuger.  Allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Sie sind – man möge mir das als Berufskrankheit verzeihen - vom Baustofffachhandel schwerer zu meistern als von den Partnern aus der Industrie. Denn ihm fällt es seit jeher noch schwerer, wirklich gute Mitarbeiter für sich zu begeistern. Er leidet unter dem Mangel an kompetenten LKW Fahrern noch massiver. Webshops machen es ihm noch schwerer, die Kunden zufrieden zu stellen. Das Geld für die Serviceleistungen zusätzlich zum Produktpreis muss der Handel bei seinen Kunden verdienen. Im Wettbewerb mit Direktanbietern und massivem Vorverkauf. Die Bonitätsprobleme mit den Bauhilfsgewerben hat er allein zu lösen. Auskömmliche Preise werden zuerst beim Handel in Frage gestellt.

Ok, die steigenden Rohstoffpreise hat er nicht in den Griff zu kriegen. Damit ich hier nicht als Berufsjammerer dastehe.

Auf den Punkt gebracht: Ja, der Baustofffachhandel freut sich auch auf ein gutes Jahr 2018. Allerdings…siehe oben!

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